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Wie ist es möglich, dass (bald-)ex-Novartis CEO Daniel Vasella — einst ein überzeugter Marxist-Leninist — zum Prototypen eines Abzockers mutiert ist? Kann man so einfach seine Überzeugungen und damit die Seiten wechseln? The Underhanded Economist kennt die Antwort und kann als erstes Medienerzeugnis der Schweiz das Rätsel auflösen:
Daniel Vasella hat das System abgezockt, um nach seinem Austritt linke und alternative Projekte finanzieren zu können!
Während seiner Studienzeit hat Vasella erkannt, dass das kapitalistische System so vollkommen korrupt ist, dass es nicht verändert werden kann. Man kann das System nur unterwandern, indem man seine Korruption gegen es selber ausnutzt. Doch dazu ist Geld notwendig! Viel Geld! Denn dem Kapital stehen praktisch unbegrenzte Mittel zur Verfügung, um die Politik zu kaufen, den Mittelstand auszubeuten und sich so immer weiter auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern. So ist Vasella schliesslich auf den Gedanken gekommen, das System zu unterwandern, den Marsch durch die Institutionen anzutreten, sich zum CEO einer börsenkotierten Unternehmung zu machen und es danach nach allen Regeln des verhassten Systems abzuzocken. Er hat dafür gesorgt, dass der Verwaltungsrat sein Gehalt auf 20mio Franken festlegt, eine Höhe, die selbst in den USA als unerhört gilt. Nur so konnte er das System möglichst schnell abzocken, denn er musste immer damit rechnen, dass sein Plan durchschaut würde. Es ging aber alles gut, und inzwischen stehen ihm genügend Mittel zur Verfügung, um es mit Gegnern wie den Blochers, der Economiesuisse und deren Lakaien in den bürgerlichen Parteien aufzunehmen.
Daniel Vasella war als Student ein Marxist, und ist auch als CEO immer einer geblieben. Er hat nur darauf gewartet, den verhassten Kapitalismus auf Augenhöhe konfrontieren zu können.
Ich wette, dass Daniel Vasella schon kurz nach seiner letzten Generalversammlung den Schleier lüften und seine Rolle als Schweizerischer Soros und Financier der Linken übernehmen wird. Tick tick tick...
Thursday, February 21, 2013
Sunday, December 30, 2012
Eine kleine Verschwörungstheorie
Nachdem die Welt am 21.12. nun doch nicht untergegangen ist (die Maya scheinen ja beim Voraussagen ihres eigenen Untergangs nicht erfolgreicher gewesen zu sein...), möchte ich für das neue Jahr meine eigene kleine Verschwörungstheorie lancieren. Es ist aber keine Verschwörungstheorie im klassischen Sinne, denn sie erklärt ein tatsächliches und durchaus rätselhaftes Phänomen. Allerdings ist sie noch nicht Occam's razor unterzogen worden. Es gibt daher sicher eine bessere Erklärung des Phänomens, aber solange die nicht ebenso plausibel (und einfacher!) ist, steht meine Erklärung. Hier nun das Rätsel:
Wieso gibt es die Sendung SRF-Börse?
Die Frage ist gar nicht so dumm, wie sie scheint, denn während die Schweizer Börse "schon immer" existierte, gab es vor den späten 90er Jahren keine Börsensendung am Schweizer Fernsehen. Wieso gibt es sie also jetzt? Oder anders gefragt, was hat in den späten 90ern geändert, dass danach eine Börsensendung notwendig oder wünschbar geworden war?
Folgende Gründe sprechen gegen eine solche Sendung (abgesehen davon, dass die Schweizer Börse eine private Aktiengesellschaft ist, die auf diese Weise täglich eine 5minütige Gratiswerbung zur besten Sendezeit bekommt).
Die SRF-Börse ist keine Informationssendung, denn eine Wertpapierbörse liefert keine Informationen. Gemäss einer empirischen Studie können nur etwa 5% der Bewegungen eines Aktienmarktes auf externe Nachrichten ("exogene Faktoren") zurückgeführt werden. Alle anderen 95% der Bewegungen sind Folge des Marktes selbst ("endogen"): Preise steigen, weil sie steigen, und fallen, weil sie fallen. Wenn man dann noch berücksichtigt dass die Reaktion auf allfällige externe Nachrichten (verantwortlich für höchstens 5% der Volatilität!) auch in der Schweiz zunehmend von Robotern und high frequency trading Software ausgeführt wird, kann man getrost sagen, dass der Aktienmarkt frei von jeder Information über die Wirtschaft ist. Er ist eine praktisch vollkommen von der Realität abgekoppelte, selbstlaufende Kasino-Maschine.
Dazu kommt, dass die Efficient Market Hypothesis (EMH) widerlegt ist, d.h. es ist bewiesen, dass sie falsch ist (das ist die Bedeutung des Wortes "widerlegen"), und wer weiterhin behauptet, Wertpapiermärkte seien "effizient" oder stabil, ist ein Idiot oder lügt oder beides. Mit dem Dahinfallen der EMH fällt aber auch das Konzept des shareholder value dahin. Dieses besagt, dass das Optimieren des Aktienkurses einer Firma durch die Firmenleitung automatisch und immer die beste Firmenstrategie ist, weil Aktienmärkte (wegen ihrer Effizienz) immer den realen Wert einer Firma reflektieren (Eigentlich eine idiotische Idee: es mag wohl sein, dass eine hohe Temperatur ein Indikator für gutes Wetter ist, aber das bedeutet doch nicht, dass man mit einem Feuerzeug unter dem Therometer für gutes Wetter sorgen kann).
Damit sind wir wieder am Anfang: Wieso gibt es die SRF-Börse? Sie liefert keine eigenständige Informationen, und da shareholder value nicht funktioniert, auch keine Leitlinie für Unternehmer.
Eine mögliche Antwort und damit meine Verschwörungstheorie liefert das Sendungsporträt von SRF-Börse. Die Moderatorin Patrizia Laeri schreibt dort:
Diese Art der Lügen ist typisch für die aktuelle Berichterstattung in ökonomischen Fragen, die die Wahrheit immer in die gleiche Richtung verzerrt, nämlich so, dass sie den Markt als einzige und höchste Art der sozialen Ordnung behauptet und gleichzeitig den Staat und die Demokratie in negativem Licht zeichnet und deren Verdrängung durch den Markt als alternativlos darstellt. Dies alles begann im Zuge des neoliberalen Umbaus der Wirtschaft, der nicht nur die hauptsächlich ideologisch motivierte Deregulierungs-, Liberalisierungs- und Privatisierungswelle ausgelöst, sondern auch sondern auch die Medienberichterstattung beeinflusst hatte. Tageszeitungen (speziell der Tages-Anzeiger) begannen, eine dezidiert (wenn nicht sogar euphorisch) markt-ideologische Haltung im redaktionellen Teil zu zeigen. Aber auch das Schweizer Fernsehen begann, auffallend markt-ideologische Züge in seiner Berichterstattung zu zeigen und ensprechende Sendegefässe aufzunehmen, speziell die SRF-Börse.
Dies ist deshalb meine Antwort: Die SRF-Börse hat den Zweck, das Volk mit neoliberalen Vorstellungen wie der generellen Überlegenheit des Marktes gegenüber der Demokratie, der Wichtigkeit des shareholder value in der Wirtschaftspolitik und der Notwendigkeit weiterer Privatisierungen und Deregulierungen zu indoktrinieren. Verschwörungstheorie? Sicher! Aber wer eine bessere Antwort geben will, muss eine finden, die alle genannten Sachverhalte (Unwahrheiten, Verdrehungen) ebenso gut erklärt, wie meine Verschwörungstheorie.
Nachtrag: Im Beitrag Die Post: ein Rückblick in der Tagesschau vom 30.08.2012 zur Post AG kommentiert die Sprecherin (bei c.a. 1:00) das Bild mit den Worten: "Noch ist die PTT der einzige Anbieter im Markt". Diese Formulierung ist ebenso typisch wie irreführend, denn zu diesem Zeitpunkt gab es überhaupt kein Konzept eines "Marktes" im Post- oder Fernmeldewesen, und beide Dienste waren nicht nur organisatorisch, sondern auch in der allgemeinen Volks-Auffassung Staatliche Dienste (die Liberalisierung begann in der Schweiz erst Anfangs der 90er Jahre). Aber hier wird ausdrücklich suggeriert, dass der Markt die natürliche Form der Ordnung darstellt, und die PTT als "noch (...) einzige[m] Anbieter" eine Abnormalität darin.
Nachtrag 2: Die Lüge "Wer Aktien kauft, investiert in Arbeitsplätze, Forschung, Zukunft – in die echte Wirtschaft eben" ist darum so hinterhältig, weil sie als neoliberale Lügenpropaganda zur Rechtfertigung von Steuersenkungen für Reiche dient. Solche Steuersenkungen seien notwendig, heisst es, damit die Reichen in die Wirtschaft investieren und Arbeitsplätze schaffen können, was dann letztlich uns allen nützt (trickle-down Effekt). Aber tatsächlich "investieren" die Reichen die gesparten Steuern lediglich in Aktien, wo das Geld als totes Kapital herumliegt und höchstens weiteres steuerbefreites Einkommen generiert, aber keine Wirkung in der Wirtschaft hat, da nichts von diesen "Investitionen" bei den eigentlichen Firmen ankommt.
Wieso gibt es die Sendung SRF-Börse?
Die Frage ist gar nicht so dumm, wie sie scheint, denn während die Schweizer Börse "schon immer" existierte, gab es vor den späten 90er Jahren keine Börsensendung am Schweizer Fernsehen. Wieso gibt es sie also jetzt? Oder anders gefragt, was hat in den späten 90ern geändert, dass danach eine Börsensendung notwendig oder wünschbar geworden war?
Folgende Gründe sprechen gegen eine solche Sendung (abgesehen davon, dass die Schweizer Börse eine private Aktiengesellschaft ist, die auf diese Weise täglich eine 5minütige Gratiswerbung zur besten Sendezeit bekommt).
Die SRF-Börse ist keine Informationssendung, denn eine Wertpapierbörse liefert keine Informationen. Gemäss einer empirischen Studie können nur etwa 5% der Bewegungen eines Aktienmarktes auf externe Nachrichten ("exogene Faktoren") zurückgeführt werden. Alle anderen 95% der Bewegungen sind Folge des Marktes selbst ("endogen"): Preise steigen, weil sie steigen, und fallen, weil sie fallen. Wenn man dann noch berücksichtigt dass die Reaktion auf allfällige externe Nachrichten (verantwortlich für höchstens 5% der Volatilität!) auch in der Schweiz zunehmend von Robotern und high frequency trading Software ausgeführt wird, kann man getrost sagen, dass der Aktienmarkt frei von jeder Information über die Wirtschaft ist. Er ist eine praktisch vollkommen von der Realität abgekoppelte, selbstlaufende Kasino-Maschine.
Dazu kommt, dass die Efficient Market Hypothesis (EMH) widerlegt ist, d.h. es ist bewiesen, dass sie falsch ist (das ist die Bedeutung des Wortes "widerlegen"), und wer weiterhin behauptet, Wertpapiermärkte seien "effizient" oder stabil, ist ein Idiot oder lügt oder beides. Mit dem Dahinfallen der EMH fällt aber auch das Konzept des shareholder value dahin. Dieses besagt, dass das Optimieren des Aktienkurses einer Firma durch die Firmenleitung automatisch und immer die beste Firmenstrategie ist, weil Aktienmärkte (wegen ihrer Effizienz) immer den realen Wert einer Firma reflektieren (Eigentlich eine idiotische Idee: es mag wohl sein, dass eine hohe Temperatur ein Indikator für gutes Wetter ist, aber das bedeutet doch nicht, dass man mit einem Feuerzeug unter dem Therometer für gutes Wetter sorgen kann).
Damit sind wir wieder am Anfang: Wieso gibt es die SRF-Börse? Sie liefert keine eigenständige Informationen, und da shareholder value nicht funktioniert, auch keine Leitlinie für Unternehmer.
Eine mögliche Antwort und damit meine Verschwörungstheorie liefert das Sendungsporträt von SRF-Börse. Die Moderatorin Patrizia Laeri schreibt dort:
Wer sein ganzes Geld auf dem Sparkonto hortet, hilft nur der Bank. Wer Aktien kauft, investiert in Arbeitsplätze, Forschung, Zukunft – in die echte Wirtschaft eben. (...)Diese Aussage ist falsch. Wer Aktien kauft, investiert nicht in die echte Wirtschaft. Tatsächlich geht im Sekundärhandel (a.k.a. "Börse") bei einem Aktienkauf kein einziger Rappen an die entsprechende Firma, sondern nur an den Vorbesitzer, der sie in der Absicht gekauft hat, sie später einem anderen Idioten teurer weiter zu verkaufen ("greater fool principle").
Hervorhebungen durch mich.
Diese Art der Lügen ist typisch für die aktuelle Berichterstattung in ökonomischen Fragen, die die Wahrheit immer in die gleiche Richtung verzerrt, nämlich so, dass sie den Markt als einzige und höchste Art der sozialen Ordnung behauptet und gleichzeitig den Staat und die Demokratie in negativem Licht zeichnet und deren Verdrängung durch den Markt als alternativlos darstellt. Dies alles begann im Zuge des neoliberalen Umbaus der Wirtschaft, der nicht nur die hauptsächlich ideologisch motivierte Deregulierungs-, Liberalisierungs- und Privatisierungswelle ausgelöst, sondern auch sondern auch die Medienberichterstattung beeinflusst hatte. Tageszeitungen (speziell der Tages-Anzeiger) begannen, eine dezidiert (wenn nicht sogar euphorisch) markt-ideologische Haltung im redaktionellen Teil zu zeigen. Aber auch das Schweizer Fernsehen begann, auffallend markt-ideologische Züge in seiner Berichterstattung zu zeigen und ensprechende Sendegefässe aufzunehmen, speziell die SRF-Börse.
Dies ist deshalb meine Antwort: Die SRF-Börse hat den Zweck, das Volk mit neoliberalen Vorstellungen wie der generellen Überlegenheit des Marktes gegenüber der Demokratie, der Wichtigkeit des shareholder value in der Wirtschaftspolitik und der Notwendigkeit weiterer Privatisierungen und Deregulierungen zu indoktrinieren. Verschwörungstheorie? Sicher! Aber wer eine bessere Antwort geben will, muss eine finden, die alle genannten Sachverhalte (Unwahrheiten, Verdrehungen) ebenso gut erklärt, wie meine Verschwörungstheorie.
Nachtrag: Im Beitrag Die Post: ein Rückblick in der Tagesschau vom 30.08.2012 zur Post AG kommentiert die Sprecherin (bei c.a. 1:00) das Bild mit den Worten: "Noch ist die PTT der einzige Anbieter im Markt". Diese Formulierung ist ebenso typisch wie irreführend, denn zu diesem Zeitpunkt gab es überhaupt kein Konzept eines "Marktes" im Post- oder Fernmeldewesen, und beide Dienste waren nicht nur organisatorisch, sondern auch in der allgemeinen Volks-Auffassung Staatliche Dienste (die Liberalisierung begann in der Schweiz erst Anfangs der 90er Jahre). Aber hier wird ausdrücklich suggeriert, dass der Markt die natürliche Form der Ordnung darstellt, und die PTT als "noch (...) einzige[m] Anbieter" eine Abnormalität darin.
Nachtrag 2: Die Lüge "Wer Aktien kauft, investiert in Arbeitsplätze, Forschung, Zukunft – in die echte Wirtschaft eben" ist darum so hinterhältig, weil sie als neoliberale Lügenpropaganda zur Rechtfertigung von Steuersenkungen für Reiche dient. Solche Steuersenkungen seien notwendig, heisst es, damit die Reichen in die Wirtschaft investieren und Arbeitsplätze schaffen können, was dann letztlich uns allen nützt (trickle-down Effekt). Aber tatsächlich "investieren" die Reichen die gesparten Steuern lediglich in Aktien, wo das Geld als totes Kapital herumliegt und höchstens weiteres steuerbefreites Einkommen generiert, aber keine Wirkung in der Wirtschaft hat, da nichts von diesen "Investitionen" bei den eigentlichen Firmen ankommt.
Friday, July 13, 2012
Die Geschichte vom Spanischen Raub
"Grossvater, erzähl' uns eine Geschichte!" rief Lisa. Vor dem Fenster fielen schwere Schneeflocken, und im Kamin prasselte lustig ein grosses Feuer. "Ja, erzähl' uns eine Geschichte!" rief nun auch Peter. Der Grossvater blickte von seiner Zeitung auf. "Was für eine Geschichte denn?" fragte er. "Eine spannende Geschichte", rief Peter, "mit Räubern und Königen!" "Eine wahre Geschichte!" fügte Lisa hinzu.
Der Grossvater nahm ein Zug seiner Pfeife. "Ihr wollt eine wahre Geschichte von Räubern und Königen hören? Nun gut, setzt Euch zu mir. Ich erzähle Euch so eine Geschichte!"
"Es war einmal weit, weit weg in Spanien ein kleines Land, in dem regierte ein König, der bei allen im Volk beliebt war. Er war sparsam und schaute stets darauf, dass es allen im Land gut ging. Alle Leute zahlten jedes Jahr ihren Zehnten und fanden nichts dabei, denn sie wussten, dass der König sorgsam mit dem Geld umgehen würde.
Eines Tages begab es sich, dass ein gerissener und heimtückischer Räuber namens Manuel Trickledon ins Land kam, der darauf sann, das kleine Königreich auszurauben. Er freundete sich mit den reichen Kaufleuten im Land an, schmeichelte ihnen und erzählte ihnen, dass in anderen Leuten die Reichen keinen Zehnten zu entrichten hatten, da man wusste, dass sie mit ihrem Reichtum dafür sorgten, dass das Land vorankam. Würde man hier den Reichen den Zehnten ebenfalls erlassen, dann würde auch das kleine Königreich bald aufblühen.
Trickledon veranlasste die Reichen, bei der Bank des Landes Geld auszuleihen und immer mehr und immer grössere Schulden zu machen, das Geld zu verprassen, sich schöne Häuser und Ländereien zu kaufen und es sich mit dem geliehenen Geld gut gehen zu lassen. Die Schulden Trickledons, der sich natürlich mit beiden Händen daran beteiligte, und der übrigen Reichen bei der Bank wurden so immer grösser, und ihr Hunger nach weiterem Geld der Bank wurde immer ungehaltener, bis eines Tages die Bank kein Geld mehr hatte. Das war schlimm, denn nun konnten auch die kleinen Kaufleute und Handwerker kein Geld mehr ausleihen, wenn sie Tuch oder Mehl oder Werkzeuge kaufen wollten. Das Gewerbe im Land brach ein, und es schien, dass schon bald Hunger herrschen müsste, wenn nicht jemand dafür sorgte, dass die Bank wieder Geld zum Verleihen hatte.
So ging Trickledon zum König und sagte ihm, dass der König mit dem Gold in seiner Staatskasse die Bank vor dem Untergang retten müsse, falls er nicht wolle, dass das ganze Gewerbe im Rand mangels Geld untergehen würde. Da dem König keine andere Wahl blieb, liess er die Bank im Land mit Geld aus der Staatskasse auffüllen. Nun hatte die Bank wieder Geld, und Trickledon und die Reichen im Lande begannen sogleich wieder, Geld zu leihen und zu verprassen, sodass bei der Bank das Geld schon bald wieder zur Neige ging und sie beim Könige weitere Mittel erbetteln musste. Das ging eine Weile so weiter, bis sich schliesslich auch die Staatskasse zu leeren begann und eines Tages das letzte Geldstück an die Bank geliefert werden musste.
Der König hatte nun kein Geld mehr, da er alles aufbrauchen musste, um das Loch in der Kasse der Bank auszugleichen, die das ganze Geld Trickledon und den übrigen Reichen im Land geliehen hatte. Da der Staat nun selber verschuldet war und Geld brauchte, um die Beamten und Staatsdiener zu bezahlen, kam Trickledon zum König und anerbot sich, ihm Geld zu borgen. Er hatte es sich nämlich gut gehen lassen und war mit all dem von der Bank geborgten Geld nun selber reich geworden. Da er aber dem Schuldenstaat nicht einfach Geld leihen könne (er wüsste ja nicht, ob es jemals zurückbezahlt werden könne), müsste er eine Gegenleistung haben. Trickledon zeigte dabei auf all die Gewerbe, die dem König gehörten, und sagte ihm, er müsse diese an ihn und die anderen Reichen verkaufen, sonst könne er ihm kein Geld leihen. Das gefiel dem Könige nicht, denn seine Gewerbe und Werkstätten lieferten Wasser für sein Volk, besorgten das Post- und Meldungswesen, sicherten Ruhe und Ordnung und alles weitere, das für das Leben im Lande notwendig war.
Aber in den Staatskassen war kein Stück Blech mehr zu finden, und so verkaufte der König schliesslich die Gewerbe und Werkstätten, um wieder etwas Geld in den Staatskassen zu haben. Trickledon und seine Reichen besassen nun das ganze Geld des Landes und dazu auch noch alle königlichen Gewerbe und Werkstätten, und da das Volk nun ihr Wasser und andere notwendigen Güter teuer von Trickledon und seinen reichen Genossen abkaufen musste, verjagte es den einst geliebten König mit Schimpf und Schande aus dem Lande. Dies", so schloss der Grossvater, "ist die Geschichte vom Spanischen Raub".
Peter und Lisa hatten gebannt die Geschichte angehört, aber nun begannen sie zu lachen. "Grossvater", riefen sie lachend, "so etwas ist doch gar nicht möglich! Es kann ja gar nicht sein, dass der König die Schulden der Reichen übernehmen muss, nur um am Ende ihnen alle Gewerbe und Werkstätten überlassen zu müssen, weil er nun selber verschuldet ist. Das Volk hätte diesen Betrug doch durchschaut!" Der Grossvater begann zu schmunzeln. "Meinst Du, ich hätte Euch angeschwindelt?" - "Aber ja, die Geschichte ist ja gar nicht wahr, sondern erfunden und erdichtet!" Und damit begannen alle zu lachen und hielten sich die Bäuche, und hörten nicht auf zu lachen, bis die Bäuche zu schmerzen begannen.
Der Grossvater nahm ein Zug seiner Pfeife. "Ihr wollt eine wahre Geschichte von Räubern und Königen hören? Nun gut, setzt Euch zu mir. Ich erzähle Euch so eine Geschichte!"
"Es war einmal weit, weit weg in Spanien ein kleines Land, in dem regierte ein König, der bei allen im Volk beliebt war. Er war sparsam und schaute stets darauf, dass es allen im Land gut ging. Alle Leute zahlten jedes Jahr ihren Zehnten und fanden nichts dabei, denn sie wussten, dass der König sorgsam mit dem Geld umgehen würde.
Eines Tages begab es sich, dass ein gerissener und heimtückischer Räuber namens Manuel Trickledon ins Land kam, der darauf sann, das kleine Königreich auszurauben. Er freundete sich mit den reichen Kaufleuten im Land an, schmeichelte ihnen und erzählte ihnen, dass in anderen Leuten die Reichen keinen Zehnten zu entrichten hatten, da man wusste, dass sie mit ihrem Reichtum dafür sorgten, dass das Land vorankam. Würde man hier den Reichen den Zehnten ebenfalls erlassen, dann würde auch das kleine Königreich bald aufblühen.
| In den Boomjahren liefen die Schulden der spanischen Volkswirtschaft aus dem Ruder. Nicht die Schulden des Staates, sondern des Privatsektors, also der privaten Haushalte, Unternehmen und Banken. [Irlands und Spaniens] Problem waren nicht öffentlicher Schlendrian und zu hohe Staatsschulden, sondern ein zu grosser Schuldenaufbau im Privatsektor. |
So ging Trickledon zum König und sagte ihm, dass der König mit dem Gold in seiner Staatskasse die Bank vor dem Untergang retten müsse, falls er nicht wolle, dass das ganze Gewerbe im Rand mangels Geld untergehen würde. Da dem König keine andere Wahl blieb, liess er die Bank im Land mit Geld aus der Staatskasse auffüllen. Nun hatte die Bank wieder Geld, und Trickledon und die Reichen im Lande begannen sogleich wieder, Geld zu leihen und zu verprassen, sodass bei der Bank das Geld schon bald wieder zur Neige ging und sie beim Könige weitere Mittel erbetteln musste. Das ging eine Weile so weiter, bis sich schliesslich auch die Staatskasse zu leeren begann und eines Tages das letzte Geldstück an die Bank geliefert werden musste.
| Als Folge der Verstaatlichung wanderten die Verbindlichkeiten der drei wichtisten Banken [Irlands] auf die Bilanz des irischen Staates, und die Verschuldung Irlands schoss von gut 24 Prozent auf knapp 100 Prozent des Bruttoinlandproduktes.
|
| Spanien treibt Privatisierungen voran
Handelsblatt, 30.04.2012
Spanien prüft Privatisierung der Post
finanztreff.de, 26.06.2012
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Peter und Lisa hatten gebannt die Geschichte angehört, aber nun begannen sie zu lachen. "Grossvater", riefen sie lachend, "so etwas ist doch gar nicht möglich! Es kann ja gar nicht sein, dass der König die Schulden der Reichen übernehmen muss, nur um am Ende ihnen alle Gewerbe und Werkstätten überlassen zu müssen, weil er nun selber verschuldet ist. Das Volk hätte diesen Betrug doch durchschaut!" Der Grossvater begann zu schmunzeln. "Meinst Du, ich hätte Euch angeschwindelt?" - "Aber ja, die Geschichte ist ja gar nicht wahr, sondern erfunden und erdichtet!" Und damit begannen alle zu lachen und hielten sich die Bäuche, und hörten nicht auf zu lachen, bis die Bäuche zu schmerzen begannen.
Saturday, June 23, 2012
Null und Nichts
Seit ich vor etwa 20 Jahren das erste Mal erkannte, dass Ökonomie keine Wissenschaft ist (eine lange Geschichte, die vielleicht ein anderes Mal erzählt wird), spielte ich mit dem Gedanken, ein Buch darüber zu schreiben (Arbeitstitel: "Das letzte Buch über Ökonomie". Untertitel: "Beim Hinausgehen bitte Lichter löschen").
Nach und nach sind beim Lesen mehrerer Bücher über Ökonomie Ziegel aus dem Mauerwerk der Ökonomie herausgefallen. So schrieb etwa Joseph Stiglitz in Globalization and its Discontents (quasi im Vorübergehen), dass die Lehrbuch-Ökonomie nicht funktioniert. Wie kann eine Wissenschaft etwas gelten, wenn jene Grundlagen, die Studenten gelehrt werden, nicht funktionieren?
Inzwischen bin ich auf zwei Bücher gestossen, die ich als Ultimative Ökonomische Werke ansehe, und die daher jede/r lesen sollte, der/die sich für Ökonomie interessiert. Das eine ist 23 Things They Don't Tell You About Capitalism von Ha-Joon Chang, Professor für Ökonomie an der University of Cambridge, UK, und das zweite Debunking Economics von Steve Keen, Professor für Ökonomie an der University of Western Sydney, Australia. Während ersteres einfache "Wahrheiten" angreift, die von Ökonomen und Politikern oft reflexartig herumgereicht werden, ohne je intellektuell verstanden worden zu sein, und die beweisbar überhaupt nicht stimmen, untergräbt das zweite die Fundamente der Lehre. Ich habe es noch nicht fertig gelesen, aber es scheint, dass die ökonomische Lehre nicht nur etwa auf Sand, sondern schlicht auf dünner Luft gebaut ist. Nichts, was man über Ökonomie zu wissen glaubt, stimmt! Nichts! Entweder basiert es auf unsinnigen Annahmen, widerspricht sich im Kern selbst, oder ist schlicht mathematisch falsch.
Als Beispiel, das in der künftigen Debatte um die Einheitskassen-Initiative der SP höchst relevant werden wird, möchte ich hier nur eine erstaunliche Feststellung aus dem Buch anführen: die Behauptung, dass ein Freier Wettbewerb zu tieferen Preisen als ein Monopol führt, ist falsch! Sie basiert auf einem Rechenfehler! Wenn man den Fehler korrigiert, dann führt ein Freier Wettbewerb sowohl in der Theorie, wie auch in der Praxis (z.B. einer Computersimulation), zu den exakt gleichen Preisen, wie im Monopol. Dies ist nur eine der vielen ökonomischen "Wahrheiten", die von Professoren wie Politikern unbedacht verbreitet werden, die benutzt werden, um unsere Wirtschaft zu formen -- und die vollkommen falsch sind!
Die Ökonomische Lehre ist innen vollkommen hohl. Nichts stimmt! Null und nichts! Wer es nicht glaubt, soll Steve Keens erstaunliches Buch Debunking Economics lesen. Und danach beim Hinausgehen bitte die Lichter löschen.
Nach und nach sind beim Lesen mehrerer Bücher über Ökonomie Ziegel aus dem Mauerwerk der Ökonomie herausgefallen. So schrieb etwa Joseph Stiglitz in Globalization and its Discontents (quasi im Vorübergehen), dass die Lehrbuch-Ökonomie nicht funktioniert. Wie kann eine Wissenschaft etwas gelten, wenn jene Grundlagen, die Studenten gelehrt werden, nicht funktionieren?
Inzwischen bin ich auf zwei Bücher gestossen, die ich als Ultimative Ökonomische Werke ansehe, und die daher jede/r lesen sollte, der/die sich für Ökonomie interessiert. Das eine ist 23 Things They Don't Tell You About Capitalism von Ha-Joon Chang, Professor für Ökonomie an der University of Cambridge, UK, und das zweite Debunking Economics von Steve Keen, Professor für Ökonomie an der University of Western Sydney, Australia. Während ersteres einfache "Wahrheiten" angreift, die von Ökonomen und Politikern oft reflexartig herumgereicht werden, ohne je intellektuell verstanden worden zu sein, und die beweisbar überhaupt nicht stimmen, untergräbt das zweite die Fundamente der Lehre. Ich habe es noch nicht fertig gelesen, aber es scheint, dass die ökonomische Lehre nicht nur etwa auf Sand, sondern schlicht auf dünner Luft gebaut ist. Nichts, was man über Ökonomie zu wissen glaubt, stimmt! Nichts! Entweder basiert es auf unsinnigen Annahmen, widerspricht sich im Kern selbst, oder ist schlicht mathematisch falsch.
Als Beispiel, das in der künftigen Debatte um die Einheitskassen-Initiative der SP höchst relevant werden wird, möchte ich hier nur eine erstaunliche Feststellung aus dem Buch anführen: die Behauptung, dass ein Freier Wettbewerb zu tieferen Preisen als ein Monopol führt, ist falsch! Sie basiert auf einem Rechenfehler! Wenn man den Fehler korrigiert, dann führt ein Freier Wettbewerb sowohl in der Theorie, wie auch in der Praxis (z.B. einer Computersimulation), zu den exakt gleichen Preisen, wie im Monopol. Dies ist nur eine der vielen ökonomischen "Wahrheiten", die von Professoren wie Politikern unbedacht verbreitet werden, die benutzt werden, um unsere Wirtschaft zu formen -- und die vollkommen falsch sind!
Die Ökonomische Lehre ist innen vollkommen hohl. Nichts stimmt! Null und nichts! Wer es nicht glaubt, soll Steve Keens erstaunliches Buch Debunking Economics lesen. Und danach beim Hinausgehen bitte die Lichter löschen.
Wednesday, May 2, 2012
Beat Kappeler ist ein Lügner
Jemanden als Lügner zu bezeichnen, ist ziemlich krass. Der Titel ist aber faktisch korrekt, und hier ist der Beweis.
Im Artikel Ein Kreditsystem ohne Krisen, ohne Hebelwirkung, ohne Inflation schreibt Dr. h.c. Beat Kappeler unter dem Untertitel Denn dies waren die Ursachen der Finanzkrise (zu finden im Menu links unter Finanzkrise: die Reformen, dann untere Hälfte des Artikels):
Bevor ich den endgültigen Beweis dafür liefere, dass Dr. h.c. Beat Kappeler ein Revisionist und Geschichtsfälscher ist, hier ein Gedanken-Experiment, das die Frage eigentlich bereits beantwortet.
Gibt es auf diesem Planeten irgend eine Bank, eine einzige Bank — und ausgerechnet in den USA —, die jemandem einen Kredit vergibt, von dem sie erwartet, dass er nicht zurückbezahlt wird? Ehrlich.... Aber hier ist eine Antwort: Es gibt nur einen einzigen Grund, weshalb eine Bank einen solchen Kredit à fonds perdu vergeben würde, nämlich dann, wenn sie diesen faulen Kredit mit Profit einem andern Trottel weiterverkaufen kann, zB. einer Investitionsbank, die daraus CDOs macht... Klingelt's?
Gut, hier nun ist der Beweis: ein Abschnitt aus dem Buch Griftopia des Rolling Stone Journalisten Matt Taibbi:
Beat Kappeler ist ein Lügner.
Im Artikel Ein Kreditsystem ohne Krisen, ohne Hebelwirkung, ohne Inflation schreibt Dr. h.c. Beat Kappeler unter dem Untertitel Denn dies waren die Ursachen der Finanzkrise (zu finden im Menu links unter Finanzkrise: die Reformen, dann untere Hälfte des Artikels):
Für die Finanzkrise waren einerseits demagogische Regulierungen schuld, andererseits die Hebelwirkungen dank viel zu günstiger Zinsen. Die Demagogie stammte aus den Vorgaben der Regierungen Clinton und Bush seit 1995. Die zwei Hypothekengiganten der USA mussten immer höhere Teile der Ausleihungen an minderbemittelte und minderheitliche Gruppen gewähren, zuletzt 52% aller Ausleihungen. Das waren Hunderte von Milliarden Dollar, die bewusst und gezielt an Haushalte flossen, welche definitionsgemäss ausserstande waren, Zinsen und Rückzahlungen zu tragen. Wenn eine Bank diese Anteile nicht schaffte, konnte man sie vor Gericht verklagen, wie seinerzeit ein umtriebiger Anwalt es tat, mit Namen Barack Obama.Mit andern Worten, der Staat im Allgemeinen und ein "umtriebiger Anwalt" namens Barack Obama im Besonderen sind Schuld an der Finanzkrise, denn sie haben die armen Banken gezwungen, arbeits- und mittellosen Pennern Hypothekarkredite zu geben.
Bevor ich den endgültigen Beweis dafür liefere, dass Dr. h.c. Beat Kappeler ein Revisionist und Geschichtsfälscher ist, hier ein Gedanken-Experiment, das die Frage eigentlich bereits beantwortet.
Gibt es auf diesem Planeten irgend eine Bank, eine einzige Bank — und ausgerechnet in den USA —, die jemandem einen Kredit vergibt, von dem sie erwartet, dass er nicht zurückbezahlt wird? Ehrlich.... Aber hier ist eine Antwort: Es gibt nur einen einzigen Grund, weshalb eine Bank einen solchen Kredit à fonds perdu vergeben würde, nämlich dann, wenn sie diesen faulen Kredit mit Profit einem andern Trottel weiterverkaufen kann, zB. einer Investitionsbank, die daraus CDOs macht... Klingelt's?
Gut, hier nun ist der Beweis: ein Abschnitt aus dem Buch Griftopia des Rolling Stone Journalisten Matt Taibbi:
Since these mortgage-backed securities paid much higher returns than other AAA investments like Treasury notes or corporate bonds, the bank had no trouble attracting investors, foreign and domestic, from pension funds to insurance companies to trade unions. The demand was so great, in fact, that they often sold mortgages they didn't even have yet, prompting big warehouse lenders like Countrywide and New Century to rush out into the world to fine more warm bodies to lend to. Matt Taibbi, Griftopia, paperback edition, p 286, Hervorhebung durch michMöchte Herr Dr. h.c. Beat Kappeler etwa behaupten, dass der Staat und Barack Obama die Banken gezwungen hätten, Hypotheken nicht nur an arbeitslose Penner, sondern auch an Personen zu vergeben, die gar nicht existieren??
Beat Kappeler ist ein Lügner.
Saturday, April 7, 2012
Sturm auf die Bastion
Dogmatisch, marktgläubig, orthodox, imperialistisch, nutzlos. Das sind nur einige der Attribute, die sich die sogenannte Wissenschaft Politische Oekonomie in den letzten Jahrzehnten verdient hat (Aufstand der Wirtschaftsethiker in der Berner Zeitung vom 6. April 2012). Die Denkfabrik Me'M (Menschliche Marktwirtschaft) versucht gemäss Artikel, die grassierende Marktgläubigkeit in den Köpfen zahlreicher 'Experten' auszutreiben. Es gäre in den akademischen Zirkeln, denn
In der Schweiz erwarten Studenten der Oekonomie offenbar immer noch, sich durch Anpassung an die Orthodoxie Status und Wohlstand erschleichen zu können. Jedenfalls ist es verdächtig still an den Universitäten (nicht dass sich die Kofferträger-Fraktion in sozialen Belangen je speziell hervorgetan hätte).
[d]er Zwang, in den als orthodox empfundenen Journals publizieren zu müssen, sei ein System der "akademischen Prostitution". Junge Ökonomen würden zu Opportunisten gemacht, weil sie sich ausschliesslich an der herrschenden Lehre ausrichten müssten.[BZ 6. April 2012]An der renommierten Harvard Universität verliessen vor kurzem rund 70 Studenten der Oekonomie aus Protest eine einführende Vorlesung des bekannten Wirtschaftsprofessors und Autors N. Gregory Mankiw. Als Grund für den Protest gaben die Studenten an, die Vorlesung propagiere eine oekonomische Ideologie, die den Kollaps von 2008 hervorrief. Harvard Absolventen hätten als Komplizen viele der schlimmsten Ungerechtigkeiten der letzten Jahre mitverursacht.
In der Schweiz erwarten Studenten der Oekonomie offenbar immer noch, sich durch Anpassung an die Orthodoxie Status und Wohlstand erschleichen zu können. Jedenfalls ist es verdächtig still an den Universitäten (nicht dass sich die Kofferträger-Fraktion in sozialen Belangen je speziell hervorgetan hätte).
Friday, April 6, 2012
Ferienlektüre
Da ich nach den Ostern für 3 Wochen in die Ferien gehe, habe ich bei Amazon unter Umgehung der Buchpreisbindung, die aber in der Schweiz sowieso schon lange nicht mehr gilt, folgende Bücher bestellt. Zu einigen Büchern habe ich ein kurzes Youtube Video beigestellt, in welchem der Autor seine Thesen erläutert. Es ist erfrischend, zu sehen, wie viele Oekonomen seit der Finanzkrise bereit sind, ihre Disziplin — Wissenschaft kann man ja dazu nicht sagen — kritisch zu betrachten und wo nötig öffentlich zu demontieren und der Lächerlichkeit preiszugeben (Autoren 1 und 2).
Die Bücher Griftopia und Wrecking Crew sind zwar aus einer US-Amerikanischen Perspektive und für ein ebensolches Publikum geschrieben, aber da konservative Kräfte letztlich überall dieselben Ziele verfolgen, nämlich Reiche reicher zu machen und den Mittelstand dafür bezahlen zu lassen, kann man die dargestellten Ansichten und Verhältnisse durchaus auch für die Schweiz verallgemeinern.
2. Grady Klein & Yoram Bauman, Ph.D: The Cartoon Introduction to Economics
Vol 1: Microeconomics [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
Vol 2: Macroeconomics [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
Frohe Ostern meinen Lesern und Schöne Ferien für mich selber!
Die Bücher Griftopia und Wrecking Crew sind zwar aus einer US-Amerikanischen Perspektive und für ein ebensolches Publikum geschrieben, aber da konservative Kräfte letztlich überall dieselben Ziele verfolgen, nämlich Reiche reicher zu machen und den Mittelstand dafür bezahlen zu lassen, kann man die dargestellten Ansichten und Verhältnisse durchaus auch für die Schweiz verallgemeinern.
2. Grady Klein & Yoram Bauman, Ph.D: The Cartoon Introduction to Economics
Vol 2: Macroeconomics [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
3. Matt Taibbi: Griftopia [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
A Story of Bankers, Politicians, and the Most Audacious Power Grab in American History
4. Thomas Frank: The Wrecking Crew [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
How Conservatives Ruined Government, Enriched Themselves, and Beggared the Nation
A Story of Bankers, Politicians, and the Most Audacious Power Grab in American History
4. Thomas Frank: The Wrecking Crew [kaufen bei Amazon, Buch.ch]
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Frohe Ostern meinen Lesern und Schöne Ferien für mich selber!
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